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Letzte Änderung: 06.01.2011
Obwohl die BVT-Merkblätter keine rechtlich verbindlichen Grenzwerte enthalten, haben sie faktisch eine große Bedeutung für die Ableitung konkreter Genehmigungsanforderungen und Emissionsgrenzwerte, weil alle Industrieanlagen die BVT anwenden müssen. Ziel ist es, innerhalb der EU die Umweltanforderungen an Industrieanlagen auf anspruchsvollem Niveau zu harmonisieren.
Für die Behörden und die beteiligten Interessengruppen stellen die BVT-Merkblätter grundlegende Informationen zur Genehmigung von Industrieanlagen zur Verfügung. Wie Anfragen und Rückmeldungen immer wieder bestätigen, werden die BVT-Merkblätter auch in vielen Ländern außerhalb der EU häufig als Basis für technische Vorgaben und als fundierte Informationsquelle herangezogen. Deutschland legt den Stand der Technik weiterhin bundeseinheitlich fest. Trotzdem verwenden auch deutsche Genehmigungsbehörden die BVT-Merkblätter, zum Beispiel als Hintergrundinformation, als Argumentationshilfe oder für die Genehmigung untypischer Anlagen. Dadurch entfalten die BVT-Merkblätter eine große faktische Wirkung, obwohl sie nicht direkt rechtlich bindend sind. (Nutzung der BVT-Merkblätter in Deutschland)
Die BVT-Merkblätter wirken auch über die europäische Ebene hinaus. In vielen außereuropäischen Ländern werden die BVT-Merkblätter von Fachleuten und Entscheidungsträgern als Basis für technische Vorgaben und als fundierte Informationsquelle gerne herangezogen, wie Anfragen und Rückmeldungen immer wieder bestätigen. Auch viele internationale Übereinkommen im Umweltschutz orientieren sich an den BVT-Merkblättern. So nutzt beispielsweise die UN ECE für ihre Protokolle zur Luftreinhaltekonvention auch die Informationen aus den BVT-Merkblättern, wenn Grenzwerte für Umweltschadstoffe festgelegt werden. Die IFC (International Finance Corporation), eine Weltbanktochter und weltweit größter Kreditgeber privater Industrieprojekte, verpflichtet ihre Kreditnehmer, Umweltfragen bei ihren Vorhaben zu berücksichtigen. Dazu entwickelt sie branchenbezogene Leitfäden, welche sich unter anderem auf die BVT-Merkblätter stützen.
Ein hoher einheitlicher BVT-Standard in der EU verhindert Öko-Dumping und schafft einheitlichere Wettbewerbsbedingungen. In Ländern mit weniger entwickelten Umweltstandards und in den neuen EU-Mitgliedsstaaten haben die IVU-Richtlinie und die BVT-Merkblätter erwartungsgemäß eine stärkere Wirkung als z.B. in Deutschland. Die BVT-Merkblätter tragen auch zur Information über anspruchsvolle Umwelttechnik weltweit bei. Zum Beispiel erfreuen sie sich zunehmender Bekanntheit unter Fachleuten in China, Indien, Kanada und Russland. Die BVT-Merkblätter haben sich mittlerweile zur „Stimme Europas“ über die besten verfügbaren Techniken entwickelt. Industriebetriebe und Anlagenhersteller können sie als Messlatte für erreichte Umweltschutzleistungen im Vergleich zu Wettbewerbern verwenden ("benchmarking").